Dr. Fofana |
Die letzte Säule dieses Triumvirates (Senghor, Damas Césaire) ist im Alter von 94 Jahren zusammen gebrochen. Der letzte karibische Poet Vulkan ist für immer erloschen.

Als Leitfigur der "Negritude- Bewegung" verlieh Aimé Césaire Völkern, die von ihren ursprünglichen Wurzeln abgeschnitten waren, wieder ihre Würde. Er hat feste Brücken zwischen Afrika, Europa und der Karibik geschlagen und damit Zusammenhalt innerhalbder Diasporageschaffen.
In seinem Meisterwerk "Zurück ins Land der Geburt" schrieb er (mit einem Vorwort von André Breton, einem surrealistischen französischen Poet): "Keine Rasse besitzt das Monopol der Schönheit, der Intelligenz, der Kraft; für alle ist Platz beim Stelldichein des Sieges."[Zurück ins Land der Geburt. Suhrkamp: Frankfurt a. M. 1967, S. 91]".
Demokratisch gewählt hat er sich 56 Jahre hingebungsvollseiner Aufgabe als Oberbürgermeister von Fort-de-France gewidmet und stets versucht die Lebensbedingungen der sozial schwachen Schichten seiner Heimat zu erbessern.
Die Nachwelt wird ihn als einen der großen französichsprachigen Dichter und Verfechter der Freiheit im Gedächtnis behalten.
Frankreich und die Überseegebiete haben einen herausragenden Humanisten verloren, der sich für Gerechtigkeit und Frieden einsetzte und stets Diskriminierung, Rassismus und Intoleranz bekämpfte.

Wir verbeugen uns respektvoll vor einer der letzten Figur der Emanzipationsbestrebungen der unterdrückten Völkern im 20. Jahrhundert.

Jenseits der Martinique und Frankreich wird der Name Aimé Césaire weiter auf der ganzen Welt strahlen. Nach der karibischen Tradition ist seine Seele zu seinen afrikanischen Vorfahren zurückgekehrt.
Im Namen des Stadtrates Erlangen, und im Namen der Diaspora und aller Menschen hierzulande, die sich gegen Rassismus und Fremdenhass und für den Frieden unter den Völkern einsetzen, sprechen wir seinen Kindern, seiner Familie, und dem Volk aus Martinique unser aufrichtiges Beileid aus.
Möge Aimé Césaire unter dem wohlwollenden Schutz seiner Ahnen in ewigem Frieden ruhen!

Dr. Pierrette Herzberger-Fofana
25.04.2008 | zum Gedenken an Aimé Césaire
Der karibische Vulkan ist erlöschen

Mit tiefer Trauer haben wir das Ableben des karibischen Dichters, Aimé Césaire, eine emblematische Figur, ein Symbol in seiner Heimat, Martinique, Verfechter der universellen und edlen Werte erfahren. Er hat mit Talent die afrikanische Kultur und Identität gepriesen.
Zusammen mit seinen Studienkollegen, Léopold Sedar Senghor, ehemaliger Dichter Präsident Senegals und Leon-Gontran Damas, Lehrer aus Guyana, hat er das kulturphilosophische Konzept der "Negritude" geschmiedet.
© Copyright 2008 | Impresum