Kolonialismus – erinnern, aufarbeiten, wiedergutmachen
27.02.2010: Festakt zur Umbenennung des Berliner Gröbenufers in May-Ayim-Ufer
& Kampagne zu Berliner Afrika-Konferenz endet mit Gedenkmarsch
Berlin, 17.02.2010
Pressemitteilung

Am 27. Februar 2010, 125 Jahre nach dem Ende der sogenannten Afrika- oder Kongokonferenz,
findet in Berlin der feierliche Kampagnenabschluss mit zwei Veranstaltungen statt.
Umbenennung des Gröbenufers in May-Ayim-Ufer [11-13 Uhr]
Bei einem gemeinsamen Festakt mit dem Bürgermeister von Friedrichshain-Kreuzberg, Franz Schulz, Weggefährtinnen von May Ayim und Vertreter/innen der Zivilgesellschaft werden die neuen Straßenschilder am May-Ayim-Ufer in Kreuzberg enthüllt. Die Umbenennung ist ein Signal für einen neuen Umgang mit Berlins kolonialer Vergangenheit: In Zukunft wird nicht mehr der für Kurbrandenburgs Sklavenhandel mitverantwortliche Otto Friedrich von der Gröben, sondern die afrodeutsche Wissenschaftlerin und Dichterin May Ayim (1960–1996) geehrt. Sie wandte sich gegen den fortbestehenden Rassismus in Deutschland und machte immer wieder auf die unaufgearbeitete koloniale Vergangenheit aufmerksam. Damit wird der erste von vielen Straßennamen verändert, die in Berlin bis heute kolonialer Gewaltpolitik und Propaganda Raum geben.
Die Feier findet im Zelt des Zirkus Cabuwazi, Gröbenufer 2, Berlin, U-Bhf. Schlesisches Tor statt.
Gedenkmarsch für die Opfer von Sklaverei und Kolonialismus [13-15 Uhr]
Im Anschluss findet der traditionelle Gedenkmarsch des Komitees für ein afrikanisches Denkmal in Berlin (KADIB) statt, der an die Opfer von Sklaverei, Sklavenhandel, Kolonialismus und rassistischer Gewalt erinnert. Er geht vom Gröbenufer (dann: May-Ayim-Ufer) zur Gedenktafel für die Berliner Afrika-Konferenz in der Wilhelmstraße 92. KADIB und die Kampagne „125 Jahre Berliner Afrika-Konferenz“ verleihen damit ihren gemeinsamen Forderungen und speziell der nach einem zentralen Berliner Mahnmal für die Opfer des deutschen Kolonialsimus/Rassismus Nachdruck.
Weitere Informationen: www.berliner-afrika-konferenz.de
Pressekontakte:
Sven Mekarides (Kampagnensprecher) Tel. 0162 4517504
Moctar Kamara (Afrika-Rat) Tel. 0172 1797958
Christian Kopp (Berlin Postkolonial) Tel. 030 23132154
Armin Massing (Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag) Tel. 030 42851587
Im Rahmen der dreimonatigen Gedenkkampagne "125 Jahre Berliner Afrika-Konferenz - erinnern, aufarbeiten, wiedergutmachen" hat ein bundesweites Bündnis von mehr als 75 Organisationen der Zivilgesellschaft, von Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und Prominenten mit über 50 Veranstaltungen an die Aufteilung Afrikas unter den europäischen Kolonialmächten erinnert. Das Kampagnenbündnis fordert die kritische Aufarbeitung der Verbrechen des deutschen Kolonialismus und Rassismus sowie konkrete Maßnahmen zu ihrer Wiedergutmachung.
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