Liebe Komiteemitglieder
zu Ihrer Initiative möchte ich Ihnen ganz herzlich gratulieren und Ihnen meine Unterstützung zusichern. Für den schwarzen Kontinent markiert der heutige Tag, der 23. Februar ein unvergessliches Datum, nämlich die willkürliche Aufteilung und Grenzziehung der afrikanischen Länder, die die Berliner Konferenz (17.11.1884-23.2.1885) unter der Obhut des Reichkanzlers Otto von Bismarck beschlossen hatte.
Ich freue mich, dass sie die Initiative ergriffen haben, ein Denkmal zur Erinnerung an die Afrikaner und ihre Nachfahren in der Stadt Berlin zu errichten, für all diese Opfer trauriger geschichtlicher Ereignisse wie der Sklavenhandel, die Sklaverei, den Kolonialismus, und die Völkermorde, die auf dem afrikanischen Boden wie z.B. dem Genozid an den Hereros in Namibia und den Maj-Maj Aufstand in Tansania begangen wurden.Diese Opfer der Genozide warten bis zu dem heutigen Tag auf eine offizielle Anerkennung und insbesondere auf eine Entschuldigung der westlichen Mächte, die sie verübt haben.
Sicherlich leistet die Bundesrepublik in diesen beiden Ländern Entwicklungshilfe aber diese Gelder können in keiner Weise, die Schmerzen, die die Völker erlitten haben und ihre verspottete Würde ersetzen. Wir dürfen auch nicht, die zahlreichen Afrikaner, Afro-Deutsche, Antillaner und schwarze Amerikaner vergessen, die im Konzentrationslager gestorben sind. All jene haben bis jetzt keine Gedenkstätte hierzulande zur Erinnerung an ihrer Geschichte erhalten.
Eine Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte würde einerseits dazu beitragen, dass so manche sterile Diskussionen wie die Tatsache dass Strassen mit Kolonialverbrechern endlich umbenannt werden, endlich auf fundierter Basis geführt werden und anderseits den interkulturellen Dialog zur Integration gewährleisten. Dafür könnte man in Berlin und in anderen Städten die Namen schwarzer Widerstandskämpfer und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens ehren, Frauen und Männer, die in die Geschichte der Diaspora einen Ehrenplatz verdient haben.
Ich begrüße diese "Pflicht zur Erinnerung", die sie als Diaspora, und sechste Region Afrikas initiiert haben. Diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit müssen im Gedächtnis aller Menschen sein, um unseren Beitrag zur deutschen Geschichte zu beleuchten.Als Stadträtin und Ehrenmitglied Ihres Komitees sowie im Namen meiner Fraktion "Die Grüne Liste/Die Grünen-Erlangen" begrüße ich Ihre Initiative und wünsche ich Ihnen viel Erfolg.
Pierrette Herzberger-Fofana.
Hommage à un Africain, Dominique Mendy, Rescapé du Camp de Concentration de Neuengamme in www.grioo.com rubrique hommes illustres. www.africultures.com, www.renaf.org, www.minorites.org

29.02.2009 | Dr. Fofana schreibt dem Komitee an